Planung und Bau von Regenwasseranlagen. Verantwortlich für den Inhalt: Fritz Pörschke. Stand 23.03.2014
Regen fällt auf lachendes Haus

Zisternen für Regenwasseranlagen

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Bauteile

Zisternen

erstens  Vorbemerkungen

zweitens  Zisternengröße

drittens  Betonzisternen

viertens  Kunststoffzisternen

Einbauanleitung und technische Daten der Wisy-Zisterne Wisy Regenspeicher

  Vorbemerkungen

Unterschieden werden Zisternen nach Material (Beton, Kunststoff, sehr selten Metall) und nach ihrem Einbauort (im Erdreich oder im Keller, selten oberirdisch).

Grundsätzlich gemeinsam ist allen Zisternen das Innenleben. Hier sollte nur korrosionsfreies Material (Kunststoffe Polyethylen PE oder Polypropen PP, besser Edelstahl) verbaut werden. Erdtanks müssen durch eine ausreichend grosse (min. 60cm Durchmesser) Revisionsöffnung auch erreichbar sein.
Die Revisionsöffnung dient auch dem Sauerstoffaustausch der Wasseroberfläche mit der Atmosphäre. Wird die Öffnung luftdicht verschlossen, muss eine gesonderte Be- und Entlüftung sichergestellt werden.

Filter (außer schwimmende Ansaugfilter ) dürfen nie in die Zisterne eingebaut werden: Dies ist immer ein Konstruktionsfehler! Soll ein Filter an der Zisterne vormontiert sein, so muß dieser unbedingt eine eigene Revisionsöffnung haben.

Zisterne mit Innenleben

1 Zulauf feingefiltertes Wasser (vom Filter)

2 Einlaufberuhigung aus Edelstahl
Bewirkt die zweite Reinigungsstufe (Sedimentation)

3 Überlaufsifon mit Skimmereffekt zum Abscheiden der Schwimmschicht (dritte Reinigungsstufe).
Integrierter Rückstauverschluss und Kleintierschutz

4 Dichteinsatz für die Versorgungsleitungen.
Verhindert das unerwünschte Eindringen von Sickerwasser in die Zisterne

 Zisternengröße

Das Volumen sollte so gewählt werden, dass die Zisterne gelegentlich überläuft. Erfahrungsgemäss sind Grössen zwischen 3500 Liter und 5000 Liter bei einem Ein- bis Zweifamilienhaus sinnvoll. Oftmals wird angenommen, dass mit einem riesigen Auffangvolumen auch wesentlich mehr Wasser zur Verfügung steht: Dies ist jedoch nicht so. Das Zisternenvolumen hat für den Wirkungsgrad einer Regenwasseranlage nur untergeordnete Bedeutung, er steigt nicht proportional mit der Grösse der Zisterne. Wesentlich wichtiger für den Wirkungsgrad ist die Grösse der Auffangfläche. Als Faustformel dient folgender Anhaltswert:

Regenwasserertrag pro Jahr in m3 x Ladebeiwert (0,05) = Speichergröße in m3

Software zur Dimensionierung von Regenwasseranlagen haben ihre Berechtigung bei Simulationen im industriellen und gewerblichen Bereich, wo keine Erfahrungswerte vorliegen und/oder wo verschiedene Szenarien durchgespielt werden müssen. In der Haustechnik im Wohnungsbau spiegeln sie jedoch nur eine vermeintliche Exaktheit wieder, die für die praktische Anwendung sinnlos ist.

 Betonzisternen

Bei der Planung einer Regenwasseranlage sollte eine Betonzisterne die erste Wahl sein. Obwohl dieser Werkstoff durch seinen exzessiven Gebrauch in der Bauwirtschaft Unbehagen hervorrufen kann, ist er doch für die unterirdische Lagerung von Wasser bestens geeignet.
Betonzisternen sind robust, können nahezu beliebig hoch mit Verfüllmaterial überdeckt werden, sind mit der geeigneten Abdeckung PKW oder LKW befahrbar und können leicht und schnell eingebaut werden. Durchgesetzt haben sich Betonzisternen in monolithischer Bauweise, das heißt, der wasserführende Teil der Zisterne ist aus einem Guss. Wird der Konus der Zisterne auch zur Speicherung genutzt (Fuge zwischen Behälter und Konus wird überstaut), sollte er bereits vom Hersteller verklebt sein. Gute Zisternen haben eine durchgehende Wandstärke von mindestens 10 cm, die notwendigen Öffnungen für Zu- und Überlauf bzw. Leerrohr sind ab Werk vorhanden.

Bauteile bis ca. 6.500 kg (entspricht einem Volumen von ca. 8.000 Litern) werden direkt bei der Anlieferung mit dem LKW-Ladekran in die Grube gehoben. Bei schwereren Teilen oder bei einem Abstand von mehr als 5 Metern zwischen Mitte Drehkranz und Mitte Baugrube ist ein Autokran notwendig.

Öffnungen in der Zisterne (Zu- und Überlauf sowie Versorgungsleitungen) müssen ab Werk vorhanden sein. Werden nachträgliche Öffnungen auf der Baustelle hergestellt, so müssen diese gebohrt (Kernbohrung) werden, keinesfall stemmen.

Alternativ zu Monolithen bieten sich Zisternen in Ringbauweise an. Vom Materialpreis her sind sie günstiger, der Einbau ist jedoch aufwändiger (und damit teurer).
Durch Setzung kann es gelegentlich vorkommen, daß eine Zisterne in Ringbauweise undicht wird. Dies kann in der Regel sehr einfach mit Zementmörtel und Dichtschlämme repariert werden.

Kunststoffzisternen

Kunststoffzisternen werden von einer nahezu unüberschauberen Anzahl von Herstellern feilgeboten. Als Material haben sich Polyethylen und Polypropen bewährt, diese sind recyclingfähig. Diese Kunststoffe werden von allen Herstellern als ökologisch unbedenklich propagiert: Für das Endprodukt (PE oder PP) mag das gelten, für die Verfahrenschritte bis zum fertigen Produkt jedoch mit Sicherheit nicht (siehe Literatur). Es ist und bleibt ein Erdölprodukt, für das es Alternativen gibt. Außerdem gibt es noch Lagertanks aus GFK (glasfaserverstärkter Kunststoff). Dieses Material kann bei einer Entsorgung nur
thermisch behandelt (verbrannt) oder gelagert werden.

Eine Kunststoffzisterne für den Erdeinbau sollte auf jeden Fall im wasserführenden Teil monolithisch sein, auch eine ausreichende Wandstärke (Gewicht!) und statische Profilierung sollten vorhanden sein. Ein Regenspeicher mit guten statischen Eigenschaften ist auch immer PKW-befahrbar.

Kunststoffbehälter für die Innenlagerung müssen lichtundurchlässig (verhindert (Algenwachstum) sein, bei Batterietanks auch die untere Verbindung. Aufgestellt werden sollen sie -wenn überhaupt (u.a. Rückstauproblematik) nur in unbeheizten, kühlen Räumen. Ständige Temperaturen über 16 Grad C führen zu einer unkontrollierbaren Keimvermehrung. Die Revisionsöffnung sollte mindestens 30 cm im Durchmesser sein.

Einbauanleitung und technische Daten der Wisy-Zisterne

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