Planung und Bau von Regenwasseranlagen. Verantwortlich für den Inhalt: Fritz Pörschke. Stand 15.01.2009
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Dr. Hans Otto Wack
Regenwassernutzung in Wohngebäuden |
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Regen |
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Der WISY Wirbel-Fein-Filter und das WISY Regenwasserwerk Optima
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Vorbemerkungen |
Obwohl es sich bei der Regenwassernutzung um eine sehr junge Gebäudetechnik handelt gehört sie, unter Einhaltung eines mittlerweile absicherbaren technischen Mindeststandards, zunehmend zur modernen Wohngebäudeausrüstung. Sie besitzt damit als ökologisch sinnvolle und notwendige Technik eine wachsende wirtschaftliche Bedeutung und schafft Arbeitsplätze. Sowohl Fachfirmen als auch Häusle-Selberbauer installieren mittlerweile Anlagen, die je nach Qualität von Planung und Material recht unterschiedlich ausfallen. Der folgende Beitrag soll daher für Planung, Beschaffenheit und Installation eine Hilfestellung geben.
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Die bisher bekannten Untersuchungen von Regenwasser haben ergeben, daß
die Qualität des Regenwassers im Anwendungsbereich mit der des evtl. verschmutzten
Dachablaufwasser nur wenig zu tun haben muss. Im Gegenteil: Das z.B. einer Waschmaschine
zugeführte Wasser kann bei einer entsprechend qualifiziert ausgeführten
Anlage dauerhaft die europäischen Grenzwerte für Badegewässer
einhalten. Das Wasser ist dann klar, geruch- und farblos und frei von Feststoffen;
der Waschmaschinenbetrieb mit Regenwasser ist zu empfehlen.
Voraussetzung dafür ist die Einhaltung eines bestimmten technischen Mindeststandards.
Werden dagegen Fehler bei der Planung, Bauteileauswahl oder Ausführung
gemacht, kommt es u. U. zu einer drastischen Qualitätsverschlechterung,
die sich recht schnell durch Geruchsentwicklung bemerkbar macht. Wie bei anderen
Gebäudetechniken auch (z.B. Heizung) ist eine solide Technik für einen
störungsfreien und wartungs- (und damit kosten-) armen Anlagenbetrieb unabdingbar.
Der Einsatz von Regenwasser über Nutzungsanlagen kommt in Wohngebäuden
nur für folgende Bereiche in Betracht: WC-Spülung, Waschmaschine,
Putzen und Reinigen, Garten und sonstige Bewässerungen. Für eine reine
Gartenbewässerung sollte aus wirtschaftlichen Gründen keine komplette
Regenwasseranlage gebaut werden; einige Regentonnen für die Sommermonate
reichen vollkommen aus.
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Grundsätzlich sind Regenwasseranlagen in jedem Gebäude installierbar. Ausnahmen ergeben sich bei Gebäuden, die keinen geeigneten Platz für den Speicher oder keine geeigneten Dachflächen haben oder nicht gegenüber einem Kanalrückstau gesichert werden können. In jedem Fall ist für eine Regenwasseranlage eine individuelle Planung erforderlich; auch bei Einfamilienhäusern erspart eine gute Vorplanung u. U. enorme Folgekosten und Ärger. Grundlagen der Planung sind die oben beschriebenen technischen Mindeststandards und die auffangbaren Wassermengen. Diese ergeben sich aus der folgenden Formel:
Dachfläche (Projektionsfläche in m²) x 0,75 (Abflußbeiwert
für geneigte Ziegeldächer) x m³ Niederschlag/Jahr = Regenwasserertrag
in m³/Jahr.
Vom so errechneten Ertrag können im Durchschnitt ca. 85% - 90% des Regenwassers
genutzt werden; der Rest ist als anlageninterner Verbrauch (z. B. Spülung
der Filter) für die Versorgung nicht verfügbar. Befindet sich vor
dem Speicher allerdings ein schlecht gewarteter Topffilter, ist im Extremfall
mit einem Wasserertrag von lediglich 20% zu rechnen.
Die Speichergrösse, orientiert an der verfügbaren Dachfläche,
berechnet sich aus:
Regenwasserertrag/Jahr in m³ x Ladebeiwert (0,05) = Speichergröße
in m³
Als Faustformel ergibt sich je nach Niederschlagsgebiet ca. 1 m³ Speichervolumen pro 25 - 40 m² Dachfläche. Gewarnt sei vor zu grossen Speichern: da diese zu selten überlaufen, kann dadurch die Schwimmschicht nicht abgeschwemmt werden, in der Folge fault das Wasser und muss dann verworfen werden. Im übrigen zeigt die Praxis, dass auch mit einem eigentlich knapp dimensionierten Speicher noch ein verblüffend hoher wirtschaftlicher Nutzen erzielbar ist. Sorgfalt ist bei der Auftragsvergabe an Fachfirmen gefragt. Da die Regenwassernutzung noch eine junge Gebäudetechnik ist, haben viele ausführende Firmen nur wenig Erfahrung bei der Installierung von Regenwasseranlagen. Vor Auftragsvergabe sollte man sich vom Anbietern entweder eine entsprechende Qualifikation (erfolgreich absolvierter Schulungskurs) oder schon einwandfrei gebaute Anlagen nachweisen lassen.
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Für kleinere Regenwassernutzungsanlagen (bis zu 2- 4 Familienhäusern)
gibt es mittlerweile durchschnittlich ermittelbare Marktpreise. Sie liegen bei
einem Orientierungwert von ca. 4000 Euro. Die Preise beinhalten die komplette
Installation und liegen für nachträgliche Einbauten u.U. erheblich
höher als für Neubauten. Sie können für Einzelobjekte durch
Eigenleistung der Betreiber (gerade bei Nachrüstungen) ober Unterschiede
in der Bausubstanz stark von den Durchschnittspreisen abweichen. In jedem Fall
empfiehlt sich das Einholen von Vergleichsangeboten. So wurden bei einem UBS-Markttest
für das Setzen einer Zisterne Preisunterschiede von über 100%, für
das Installieren einer kompletten Zisternenanlage gar über 130% ermittelt.
Der dauerhafte wirtschaftliche und ökologische Nutzen einer Regenwasseranlage
ergibt sich vor allem aus ihrer Betriebsdauer. Gute Anlagen lassen sich bei
hochwertigen Bauteilen mit geringen Betriebskosten (Stromkosten für Pumpenbetrieb)
langfristig problemlos betreiben. Bei ihnen wird der Zeitpunkt, zu dem der Brauchwasserpreis
pro m³ kleiner wird als die Wassergebühren (DM/m³) = Beginn der
"wirtschaftlichen Gewinnzone", nach 5 bis 12 Jahren erreicht.
Die Endkosten einer Anlage werden von vielen Kommunen und von einigen Bundesländern
(z.B. NRW) auf Antrag mit Beträgen zwischen 500,-- und 6.000,-- DM bezuschusst.
Dabei gehen immer mehr Kommunen dazu über, die Anlagenbetreiber auch bei
der Berechnung der Abwassergebühren gerechterweise gegenüber Gebäuden
ohne Regenwassernutzung zu begünstigen. Schließlich entlasten Regenwasseranlagen
die Wasserversorgung, die Abwasserentsorgung und stellen einen wichtigen Beitrag
zum Schutz der Umwelt dar.
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